Schmerzpsychotherapie
Spezielle Schmerzpsychotherapie – Psychologische Ansätze zur Schmerzbewältigung
Spezielle Schmerzpsychotherapie ist ein therapeutischer Ansatz zur Behandlung chronischer Schmerzen, der psychologische, kognitive und verhaltensbezogene Strategien nutzt. Diese Therapieform ist besonders für Patienten mit langanhaltenden oder wiederkehrenden Schmerzen geeignet, die durch rein medizinische Maßnahmen nicht ausreichend gelindert werden können.
Warum eine psychotherapeutische Behandlung bei Schmerzen?
Chronische Schmerzen sind nicht nur ein körperliches Problem, sondern beeinflussen auch das emotionale Wohlbefinden, das Denken und das Verhalten der Betroffenen. Oft führen sie zu Angst, Depressionen oder sozialem Rückzug. Zudem können negative Gedanken und Emotionen die Schmerzwahrnehmung im Gehirn verstärken – ein Teufelskreis entsteht.
Die spezielle Schmerzpsychotherapie hilft, diesen Kreislauf zu durchbrechen und die individuelle Schmerzbewältigung zu verbessern.
Ansätze der Schmerzpsychotherapie
Die Therapie kann verschiedene psychologische Methoden kombinieren, um das Schmerzempfinden zu reduzieren und die Lebensqualität zu steigern:
- Psychotherapie ( Techniken aus der KVT )
- Veränderung schmerzverstärkender Gedanken („Ich werde den Schmerz nie los!“)
- Aufbau positiver Denkmuster und Stressbewältigungsstrategien
- Förderung von Aktivität trotz Schmerzen
- Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT)
- Förderung einer akzeptierenden Haltung gegenüber dem Schmerz
- Konzentration auf persönliche Werte und Lebensziele trotz der Beschwerden
- Entspannungstechniken
- Progressive Muskelentspannung (PMR)
- Autogenes Training
- Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (MBSR)
- Biofeedback
- Patienten lernen, ihre körperlichen Prozesse (z. B. Muskelspannung, Herzfrequenz) aktiv zu beeinflussen
- EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing)
- Ursprünglich für Traumatherapie entwickelt, zeigt EMDR auch positive Effekte bei chronischen Schmerzen durch die Verarbeitung belastender Erinnerungen
- Hypnotherapie
- Nutzen hypnotischer Techniken zur Schmerzreduktion und Entspannung
Für wen ist die spezielle Schmerzpsychotherapie geeignet?
Diese Therapie ist besonders sinnvoll für Menschen mit:
- Chronischen Rückenschmerzen
- Fibromyalgie
- Migräne und Spannungskopfschmerzen
- Neuropathischen Schmerzen
- Schmerzen ohne klare körperliche Ursache (somatoforme Schmerzstörungen)
Welche Prozesse begünstigen die Chronifizierung von Schmerz?
„Die Wahrnehmung von nachweislich auf Gewebeschädigung basierenden akuten und chronischen Schmerzen unterliegt psychischen Faktoren, die wesentlichen Einfluss auf die schmerzbedingte Lebensgestaltung haben. Viele chronische Schmerzzustände basieren auf sog. neuroplastischen Lernprozessen.
Gewebsschädigungen gelten dabei nicht als eigentliche Ursache der Schmerzempfindung oder sind nicht (mehr) vorhanden. Die psychologisch begründete Schmerztherapie umfasst daher Konzepte und Verfahren zur Reduktion der psychischen Ursachen und Auswirkungen von Schmerzempfindungen sowie weitere speziell auf Schmerz ausgerichtete psychotherapeutische Methoden, die neuroplastisch begründbaren Chronifizierungsprozessen entgegenwirken.“ →Quelle http://www.schmerzpsychotherapie.de)
Die spezielle Schmerzpsychotherapie ist eine wissenschaftlich fundierte und wirksame Methode, um mit chronischen Schmerzen besser umzugehen. Sie hilft, den Schmerz nicht nur als körperliches, sondern auch als psychisches Phänomen zu verstehen und bietet konkrete Strategien zur Schmerzbewältigung.
Welche Themenfelder werden in der Schmerzpsychotherapie bearbeitet?
Coaching für Schmerzbewältigung und spezielle Schmerzpsychotherapie können folgende Felder umfassen:
- Somatoforme Beschwerden, die durch seelische Faktoren mitunter ausgelöst und aufrechterhalten werden
- Entstehung und Aufrechterhaltung von Schmerzgedächtnis, Psychoedukation zu Schmerzmodellen und schmerzerhaltenden Verhaltensmustern
- psychische Risikofaktoren und Schutzfaktoren für chronische Schmerzen
- Bio-psychosoziales Schmerz- und Krankheitsverständnis. Schmerz-Affektdifferenzierung, Beziehungsaspekte bei Schmerzen, soziales Umfeld bei chronischen Schmerzpatient:innen; Zielkonflikte bei passiven Versorgungswünschen
- schmerzassoziierte Gedanken, Emotionen, Ängste, innere Schmerzen konfrontieren
- Schmerz als Symptom traumatischer Erfahrungen
- Schmerz als Intrusion (Körperflashback)
- Körperwahrnehmung, Muskelspannung, Entspannung, Stressbewältigung
- Angst vor Bewegung, Schonverhalten, Pausenmanagement
- Selbstwahrnehmung, Belastungsgrenzen, Selbstfürsorge, Entlastung, Achtsamkeit
Ich unterstütze Sie gerne auf dem Weg ihre Schmerzwahrnehmung gezielt zu verändern, emotionalen Leidensdruck abzubauen und durch Achtsamkeit einen gelasseneren Umgang mit den täglichen Herausforderungen zu finden. Durch die Entwicklung von individuellen Ressourcen, Stress- und Schmerzbewältigungsstrategien können Sie ihr Leben selbstwirksamer gestalten und Schmerzen positiv beeinflussen. Ziel ist es, Ihre Lebensqualität zurückzugewinnen.